4. Konzept – Klausur

Thema STADT Öffentlicher Raum und Verkehr

Datum 7. November 2015  Tagungsort Weil am Rhein Partner Vitra

Fragestellung

Die Sicht auf die Aufgaben und die Gestaltung des öffentlichen Raumes hat sich in den letzten zwei Jahrzehnten stark verändert. Er muss heute mehr sein als Abstandsgrün. Er soll eine hohe Aufenthalts- und Gestaltungsqualität haben, sicher sein und vielfältig nutzbar, inklusiv und jedem zugänglich, zwischen Privatheit und Öffentlichkeit vermitteln und für die Stadt auch klimatisch positiv wirken. Dass so viele Bewohner der Stadt mit ihren differierenden Interessen den öffentlichen Raum so vielfältig nutzen, zeugt von einer Wertschätzung gegenüber dem Allgemeingut ‚Raum‘ und zeitigt neue Herausforderungen an die Planer und Gestalter dieser Räume, an Bauherren, Architekten und Mitarbeiter in den Verwaltungen. Das Verhältnis der Bewohner der Stadt zum öffentlichen Raum hat immer auch zu tun mit deren Beziehung zum Verkehr. Und auch die hat sich verändert. Das längst nicht mehr für jeden Einzelnen eindeutige Mobilitätsverhalten wird Konsequenzen auf die künftige Aufteilung des öffentlichen Raumes haben. Wie öffentlich soll und muss eine Stadt sein, wo endet der öffentliche, wo beginnt der private Raum und wie wird zwischen diesen beiden vermittelt? Welche Nutzungen sollen im öffentlichen Raum möglich sein? Fährt man mit dem Auto in den Lift und bis in das Wohnzimmer, in die Tiefgarage oder parkt man am öffentlichen Straßenrand? Besitzen die Bewohner der WerkBundStadt keine eigenen Autos mehr, sondern nutzen eine gemeinsame Fahrzeugflotte? Müssen Anschlüsse für elektrische oder „autonome Autos“ vorgesehen werden? Oder blockieren hunderte Fahrräder die kostbaren Gemeinschaftsflächen?

Das Verhältnis von öffentlichem Raum und Verkehr ist aber nur ein Teil dieser Diskussion; Fragen nach der sozialen, klimatischen, ökologischen, ökonomischen  und kulturellen Bedeutung des öffentlichen Raums in der Stadt müssen – mit Blick auf die reellen aktuellen Anforderungen und prospektiv – ebenso verhandelt werden.

Kurator

Aljoscha Hofmann

Referenten

Prof. Dr. Harald Bodenschatz, Prof. Dr. Georg Franck, Prof. Dr. Oliver Schwedes, Michael Künzel