Konzept

Der Wohnort des Menschen des 21. Jahrhunderts ist die Stadt. Hier ist er Teil eines Kollektivs und Individuum zugleich. Hier lebt und arbeitet er, hier kann er sich sozial und kulturell entfalten. Die Stadt und ihre Organisation, das Gefüge aus Gebäuden, Plätzen, Straßen und Gärten ist immer wieder Anlass zu idealistischen, utopischen und vorbildlichen Planungen. Die Suche nach dem Bild der Stadt ist immer auch eine Suche nach einem angemessenen Bild der Gemeinschaft.

Das Wohnhaus als das konstituierende Element der Stadt gibt ihr Form und Gestalt. Die Wohnung als persönlichster Ort der Menschen ist der Ausgangspunkt aller planerischen Überlegungen. In ihrer Ausprägung und Gestaltung spiegeln sich die gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und kulturellen Belange der Zeit.

Der Werkbund hat sich in seiner Geschichte wiederholt der Aufgabe gestellt, eine modellhafte Antwort auf die drängende Frage nach zeitgemäßem städtischen Wohnen zu finden und bis heute vorbildliche Siedlungen geschaffen. Das kommende Projekt wird allerdings – fast einhundert Jahre nach Stuttgart-Weißenhof und nach den Erfahrungen mit der in der Folge vielfach manifestierten Idee der Siedlung und Großsiedlung – eine andere Entwicklungsrichtung haben: Es wird keine neue Werkbundsiedlung, sondern eine Werkbundstadt entstehen; ein dichtes, urbanes Quartier zum Wohnen, Leben und Arbeiten in Berlin. Es wird mit allen Beteiligten ein Diskurs über ökonomische Bedingungen und politischen Willen, über Verkehr und öffentlichen Raum, über Energie und technische Möglichkeiten geführt. Und über eine zeitgemäße Form und Gestaltung und reale und materielle Qualitäten, die all dies einlösen.